Wake-up Call | 12.03

Wake-up Call aus Berlin

Wape-Up Call vom 12.03.2015
© Andrea Weissmann

Solange die Band spielt, geht die Party weiter. Auch wenn sich viele Beobachter an den Kopf fassen, warnen und immer lauter dazwischen rufen, um überhaupt gehört zu werden, die meist gehasste Rallye in der jüngeren Börsengeschichte geht weiter. Vieles erinnert an das Jahr 2000. Damals waren es die Perspektiven des Internets, viele neuen Geschäftsideen und die Vielzahl von IPOs mittlerer, kleinerer und ganz kleiner Firmen im neuen Markt. Die Wachstumschancen der neuen Technologien sollten ein Wirtschaftsumfeld schaffen, in dem sich die ganze Bewertung dann eines Tages rechnen sollte. Dazu kam der einfache Zugang zu einem neuen Produkt mit dem Namen Wertpapierkredit, welches die zahlreichen neu entstandenen Online-Broker nutzen, um sich gegenseitig die (damals relativ) wenigen Kunden wegzunehmen. Und dennoch ist heute vieles anders. Unternehmen mit ihrem Schwerpunkt im Internet, mit neuen Technologien und Produkten, offenen Grenzen und Märkten, die früher nicht zugänglich waren, produzieren keine heiße Luft sondern Gewinne in bisher ungeahnten Dimensionen. Hätte 2000 jemand prognostiziert, Apple würde in einem Quartal mit Mobiltelefonen und kleinen Computern mal 35 Milliarden DM verdienen, man hätte umgehend den ärztlichen Notdienst alarmiert. Allerdings wäre ähnliches passiert, wenn ein Finanzminister damals die Bundesbank angewiesen hätte, jeden Tag Anleihen für x Milliarden zu kaufen. Kurzum, man kann noch so viele Vergleiche anstellen, es gab so etwas wie im Moment noch nie. Jeder Beobachter und Teilnehmer kann heute schon sicher sein, es irgendwann seinen Nachkommen erzählen zu können, dass er Zeitzeuge dieses Festivals war. Wie einst in Woodstock.

Asien in grün. Eine überraschende Zinssenkung der Zentralbank Südkoreas half den asiatischen Werten ihr sieben Wochentief wieder zu überwinden. Laut Beobachtern war zwei Gründe dafür verantwortlich. Der schwächere Ausblick auf die Geschäftsperspektiven und Deflationsängste. Aus gleichen Gründen hatet die Zentralbank von Thailand am Mittwoch ihren Leitzins gesenkt, Indien schon zwei Mal dieses Jahr, ebenso wie Singapore, Australien und Indonesien. Der MSCI’s broadest index of Asia-Pacific shares outside Japan stieg um 0,3 %. Der Nikkei beendete den Handel mit 266 Punkten oder 1,43 % Zuwachs. Auch Hong Kong und Shanghai deutlich im Plus. Lediglich der Euro leidet weiter, heute früh kostet ein Euro 1,05 Dollar. Der Euro verlor 4,8 % in den letzten fünf Börsentagen. Das gab es seit 2011 nicht mehr. Öl leicht teurer, Goldpreis unverändert.

Der DAX vorbörslich bei L&S 11.850 Punkte. Die nächste Schwelle ist in Sichtweite. Kann, muss aber nicht heute passieren. Wird aber irgendwann. Der Zulieferer für die Nutzfahrzeug Industrie SAF Holland berichtete heute früh bereits. Die Zahlen war sehr gut, besser als erwartet. Mal sehen, wie der Markt reagiert.

Der Blick nach Osten

Nikkei 18.991(+268) +1,43 % Ende
Hang Seng Hongkong 23.838 (+120) +0,51 % (7:48 h)
Shanghai 3.350 (+59) -1,81 % (7:48 h)

Der Blick nach Westen

DAX vorbörslich bei 11.850 Stand 7:49 h
NASDAQ-Future 4.319 (+0,3 %)
S&P 500 Future 2.045 (+0,3 %)
CHF vs. Euro 1,065
USD vs. Euro 1,056
Brent-Öl 58,00 USD (Tokyo)
Gold 1.154 USD (Tokyo)

Der Blick auf den Kalender

JAPAN: Verbrauchervertrauen Index
D: Verbraucherpreisindex Monat/Jahr
USA: Einzelhandelsumsätze Monat
USA:Businessinventare
USA: Weitergeführte Anträge auf Arbeitslosenunterstützung
USA: Erstanträge Arbeitslosenunterstützung
D: Cancom SE Jahresabschluss 2014
D: Volkswagen AG Jahrespressekonferenz 2014
D: Deutsche Lufthansa Jahreszahlen 2014
D: Hugo Boss AG Jahreszahlen 2014
D: K&S AG Jahreszahlen 2014
I: Assicurazioni Generali Jahreszahlen 2014
NL: SAF Holland Jahreszahlen 2014

Ich wünsche Ihnen einen spannenden Handelstag.
Ihr Jürgen Weissmann

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