Night Call | 12.03

Night Call aus Berlin

20150312 Nigh Call
© Andrea Weissmann

 „what a difference a day made“ heisst ein alter amerikanischer Schlager aus dem Jahr 1934, geschrieben von Stanley Adams. Er beschreibt darin, wie sich alles in „little twenty-four hours“ verändern kann. Am Dienstag verlor der DOW JONES 333 Punkte, gestern stabilisierte er sich etwas, verlor aber dennoch und heute steigt der amerikanische Leitindex um 260 Punkte. Das ist die größte Steigerung in einem Monat. Ausschlaggebend hierfür waren enttäuschende Einzelhandelszahlen im Februar. Trotz gesunkener Ölpreise und dem vermeintlichen Gefühl, über etwas mehr Geld für Konsumausgaben verfügen zu können, fielen die Einzelhandelsumsätze um 0,6 %, nachdem sie im Januar bereits um 0,8 % gefallen sind. Nunmehr der dritte Monat in Folge mit Rückgängen. Besonders die KFZ Verkäufe fielen negativ ins Gewicht, hier gab es den grössten Rückgang seit mehr als einem Jahr. Auch die Ausgaben für Einrichtungsgegenstände und Restaurantbesuche gingen deutlich zurück. Zwar trugen die Wetterverhältnisse auch ihren Anteil dazu bei, allerdings war diese saisonbedingte Abhängigkeit bereits in den Erwartungen berücksichtigt. Auch der für die amerikanischen Banken so erfolgreich verlaufende Stresstest trug zur positiven Stimmung bei, sind doch jetzt geplante Dividenden und angekündigte Programme für Aktienrückkäufe nicht weiter gefährdet. Selbst der “steigende“ Dollarkurs wurde angesprochen, auch wenn es sich vs. Euro genau um einen US Cent handelte. Aber der Abwärtstrend wäre gestoppt, hiess es in den Kommentaren. Tagessieger waren aus diesem Grund auch Banken. Morgan Stanley 6,12 % Zuwachs, Goldmann Sachs plus 3,13 %, Citigroup gewann 3,34 %, Wells Fargo 3,52 %, JP Morgan Chase 1,8 %, allerdings verliert die Bank of America 0,12 %, als einziger Vertreter der grossen Banken. Auf der Technikseite Apple plus 1,81 %, nachdem Gerüchte über einen sensationellen Abverkauf der iPhone Geräte im ersten Quartal 2015 im Markt kolportiert wurden. Amazon plus 2,15 %, Facebook 1,75 %, GoPro 4,01 % nach langer Durststrecke und Chiplieferant Ambarella (A1J58B | AMBA | KYG037AX1015), nach einem guten Lauf in den letzten Tage, heute leicht (0,15 %) im Minus. Ausschlaggebend hierfür war eine Gewinnwarnung von Intel für das laufende Quartal, Intel verlor daraufhin 4,73 % und belastete den gesamten Chipsektor an der Wallstreet.

In Deutschland waren die „little twenty-four hours“ eher zum Ausruhen. Nach der fulminanten 2000 Punkte Jagd seit Anfang Januar war heute ein wenig Luftholen angesagt. Der DAX im XETRA Handel leicht schwächer, im Laufe des Tages bewegte er sich in einer Bandbreite von 70 Punkten. Werte, die eigentlich eher an Hochsommertagen üblich sind. Grosses Aufatmen bei der Commerzbank, der 1,45 Milliarden Deal mit den amerikanischen Aufsichtsbehörden ist unterschrieben, auch wenn die tatsächliche Summe nochmals 500 Millionen höher ausfällt, als ursprünglich erwartet wurde. Letztendlich zählt das erreichte Ziel, endlich Ruhe zu haben und das Kapitel 2009 ff. endgültig abzuschließen. Tagessieger im DAX heute K&S mit 7,45 % plus nach sehr guten Zahlen, auch die Münchener Rück mit einem Plus von 2,32 % gut im Rennen. Verlierer des Tages ist erneut die Deutsche Post Aktie, heute minus 3,45 % wegen ihrem vorsichtigen Ausblick gestern. Aber keinen Tag ohne Rekorde, der MDAX mit einem Zuwachs von 81 Punkten erreichte ein neues Allzeithoch.

Morgen dürfte es nochmal spannend werden. Mit den Daten von heute könnte der DAX einen neuen Anlauf Richtung 12.000 versuchen. Ob es gelingt? Wir beobachten es gerne!

Die Details

DAX 11.799 (-6) -0,1 % nachbörslich 11.834
MDAX 20.682 (+81) +0,4 %
SMI 9.120 (+14) +0,15 %

Der Blick nach Westen

DOW JONES 17.895 (+260) +1,47 %
NASDAQ 4.893 (+43) +0,89 %
S&P 500 2.066 (+26) +1,26 %

Euro vs. CHF 1,066
Euro vs. USD 1,063 USD
Brent-Öl 57,28 USD
Gold 1.154 USD

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Nachtruhe,
Ihr Jürgen Weissmann

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