Wie effektiv ist die Trendfolgestrategie?

Trendfolgestrategie

The trend ist your friend, lautet ein englischsprachiges Trader-Sprichwort – der Trend ist dein Freund. Denn die Trendfolgestrategie gehört zu den effektivsten Vorgehensweisen auf Basis der technischen Analyse. Der Vergleich mit auf der Fundamentalanalyse beruhenden Verfahren ist schwieriger, aber die eignen sich meist ohnehin nur für die langfristige Geldanlage.

Was ist die Trendfolgestrategie?

Die Trendfolgestrategie basiert auf einer einfachen Überlegung: Trends ändern sich nicht sekündlich. Sie dauern meist eine Zeit lang an. Die Aktie von Facebook begann beispielsweise im Jahr 2014 einen Aufwärtstrend, der mindestens bis Anfang 2017 anhielt. So lange war die Aktie fast jeden Monat besser als der Vergleichsindex.

Man kauft also, was in der Vergangenheit erfolgreich war. Dabei spielt natürlich auch immer der zeitliche Bezugsrahmen eine Rolle. Es ist ja durchaus denkbar, dass ein Wertpapier am heutigen Tag einen stabilen Aufwärtstrend zeigt, im aktuellen Monat aber vor allem gefallen ist und aufs Jahr gerechnet wiederum im Plus ist.

Wer Daytrading betreibt und die Aktie oder das daran gekoppelte Derivat noch am gleichen Tag wieder verkaufen will, sollte auf die kurzfristigen Trends achten. Wobei es natürlich von Vorteil ist, wenn kurz- und mittelfristige Entwicklung in die gleiche Richtung zeigen.

Die beste Börsenstrategie?

Gegen die Strategie werden natürlich auch zahlreiche Einwände vorgebracht. Beispielsweise der, dass ein Trend nicht ewig weitergehen kann. Ein lang anhaltender Aufwärtstrend kann auch ein Hinweis auf eine Übertreibung sein. Man erinnere sich an den Zusammenbruch des Neuen Marktes am Anfang des Jahrtausends, als der Trend nach oben damit endete, dass die Kurse sich als völlig überzogen herausstellten.

Gute Anleger nutzen die Trendfolgestrategie deshalb vor allem für kurzfristige Investments und stellen die Entscheidungen ständig auf den Prüfstand. So haben das englische Forscher gemacht, die anhand der Börsendaten aus 100 Jahren simulierten, welche Strategie in diesem Zeitraum die höchste Rendite gebracht hätte.

Dazu stellten sie jeden Monat einen Korb (Basket) britischer Aktien zusammen, die im vergangenen Monat besonders gut gelaufen waren. Erfüllte ein Papier die Kriterien nicht mehr, wurde es verkauft und dafür ein anderes aufgenommen. Damit waren die Forscher erfolgreicher als mit jedem anderen Vorgehen.

Alternative Strategien

Getestet wurden auch andere Strategien, beispielsweise die, nur Aktien mit einer besonders hohen Dividende oder dem niedrigsten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu kaufen.

Das Gegenstück zur Trendfolgestrategie ist die Trendwendestrategie. Dabei geht es aber nicht nur darum, einfach den Wert zu kaufen, der sich in der Vergangenheit besonders schlecht entwickelt hat. Meistens hat eine schlechte Entwicklung schließlich ihre Gründe.

Stattdessen sucht man nach Hinweisen in den Charts, die auf eine Trendwende hindeuten. Beispielsweise Unterstützungs- und Widerstandslinien. Die erste bezeichnet ein Kursniveau, das einen Abwärtstrend stoppt, die zweite eins, das einen Aufwärtstrend beendet. Beispielsweise ist es dankbar, dass ein Aufwärtstrend immer kurz vor Erreichen der Marke von 100,- Euro abbricht. Sei es, weil die Anleger aus psychologischen Gründen vor der Marke zurückschrecken, weil viele Anleger automatische Verkaufsaufträge bei diesem Niveau platziert haben, oder weil Analysten diesen Kurs als fairen Wert der Aktie sehen.

Auch bestimmte Formationen wie die Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) deuten auf eine Trendwende hin. Dabei wird ein Höchstwert erreicht, der Kurs geht zurück und erreicht einen noch höheren Wert. Schließlich fällt er erneut um ein drittes Mal anzusteigen, schafft es aber nicht mehr das Niveau des zweiten Anstiegs zu erreichen.

Daneben gibt es eine Reihe von mathematischen Indikatoren, die auf eine Trendwende hindeuten können. Wer mehr Informationen haben will, für den wird die Trendfolgestrategie hier erklärt.

Technische und fundamentale Analyse

Die englischen Forscher hatten bei der Ermittlung der besten Börsenstrategie vor allem auf Vorgehensweisen zurückgreifen müssen, die auf klaren mathematischen Ergebnissen basieren. Denn alle anderen Einschätzungen sind natürlich dadurch beeinflusst, dass die Forscher den weiteren Verlauf der Aktien schon kannten. Sie wussten schon, dass die Hanauer Seifenfabrik ebenso insolvent wurde wie später Bremer Vulkan – wobei deutsche Aktien ohnehin nicht in der Analyse berücksichtigt wurden.

Damit wurde auch das bei vielen Anlegern beliebte Value Investing nicht getestet. Dabei wird in Firmen investiert, deren Börsenkurs ihr Potential nicht ausreichend abbildet. Das können zukunftsträchtige Unternehmen sein, deren Potential noch nicht erkannt wurde, aber auch ganz durchschnittliche Firmen, deren Aktien gerade sehr günstig sind. Warren Buffet, der mit dieser Strategie reich geworden ist, kaufte beispielsweise im großen Stil Aktien von Eisenbahngesellschaften, weil er den Aktienkurs in Anbetracht des großen Marktanteils des Schienengüterverkehrs in den USA und der zu erwarteten Entwicklung für zu niedrig hielt.

Kurz oder langfristig investieren?

Das Value Investing gehört zu den Strategien, die sich auf die fundamentale Analyse stützen, also die Stärke eines Unternehmens betrachten. Dagegen zieht die Technische Analyse ihre Schlüsse vor allem aus dem bisherigen Kursverlauft.

Beide Ansätze haben ihre Anhänger und ihre Berechtigung, allerdings eigenen sich Strategien wie das Value Investing nur für langfristig orientierte Anleger. Selbst wenn die Einschätzung richtig und der Kurs einer Aktie wirklich zu niedrig ist, wer weiß schon, wann der Markt seinen Fehler erkennt und die Kurse steigen.

Fazit

Für kurzfristig orientierte Anleger ist die Trendfolgestrategie eine sehr gute Wahl. Außerdem ist sie einfach umzusetzen. Wer langfristig Geld anlegen will, kann mit Strategien wie dem Value Investing gut fahren oder auch einfach sein Geld möglichst breit streuen um vom langfristigen Aufwärtstrend der Märkte zu profitieren. Fürs Daytrading, den Handel mit CFDs oder mit Binären Optionen gehört die Trendfolgestrategie aber zu den Favoriten.

 


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