Was bedeutet Girosammelverwahrung?

Wertpapierdepot
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Glossar

Girosammelverwahrung

Ein Wertpapierdepot wird im Normalfall im Rahmen der Girosammelverwahrung geführt. Das bedeutet, dass die Wertpapiere bei einer zentralen Verwahrgesellschaft liegen, einer sogenannten Wertpapiersammelbank, und entsprechend bei Käufen und Verkäufen nicht physisch bewegt werden.

Diese Art der Verwahrung von Wertpapieren hat ihre Ursprünge bereits im 19. Jahrhundert. Der Wertpapierhandel hat sich durch sie erheblich vereinfacht und vergünstigt. Als Anleger kommen Sie mit den Zentralverwahrern jedoch kaum in Kontakt, auch wenn Ihre Wertpapiere dort aufbewahrt werden. Rein rechtlich gesehen treten Sie sogar Ihre Eigentumsrechte an Ihren Wertpapieren ab und erhalten stattdessen einen entsprechenden Anteil an der Girosammelverwahrung. Doch keine Sorge: Letztlich bleibt das Depot ihr Eigentum.

Sammelverwahrung

Die Girosammelverwahrung, häufig auch einfach Sammelverwahrung genannt, ist die gängigste Form der Verwahrung von Wertpapierdepots. Die Wertpapiere zahlreicher Anleger werden in der Girosammelverwahrung bei einer Wertpapiersammelbank oder auch bei herkömmlichen Geldinstituten gemeinsam verwahrt. Ein Großteil der Depotkonten wird heute als Girosammelverwahrung geführt.

Wenn also jemand von „seinem Wertpapierdepot“ spricht, meint er damit genau genommen seinen Anteil an einer Girosammelverwahrung. Dabei werden nicht tatsächlich physisch greifbare Wertpapier verwahrt. Wenn Sie beispielsweise Aktien kaufen, wird der Wert einfach in Ihrem Depot und damit auch der Girosammelverwahrung hinzugebucht.

Depotkonten

In der Girosammelverwahrung werden die hinterlegten Wertpapiere nicht getrennt nach einzelnen Depotkonten aufbewahrt, sondern nach Gattungen, also Wertpapierarten, getrennt. Erwerben also mehrere Depotinhaber bei einer Neuemission Anteile eines Unternehmens, werden die Aktien nicht auf die jeweiligen Depots verteilt. Alle Aktien des besagten Unternehmens werden stattdessen gesammelt aufbewahrt.

Da alle Wertpapiere gemeinsam verwahrt werden, verliert ein Aktienbesitzer zwar sein Alleineigentum an seinen Wertpapieren. Stattdessen erwirbt er jedoch einen Miteigentumsanteil am Gesamtbestand der Girosammelverwahrung, dessen Höhe sich nach dem Wert seines Depots bemisst. Der Anleger muss sich also keine Sorgen darüber machen, dass er seine Wertpapiere nicht zurückerhält. Zwar bekommt er unter Umständen nicht exakt dasselbe Wertpapier, welches er hinterlegt hat, doch er hat einen Anspruch auf die Auslieferung der von ihm hinterlegten Wertpapiere nach Art und Stückzahl.

1 Kommentar zu Was bedeutet Girosammelverwahrung?

  1. Bei der Girosammelverwahrung einer Sammelurkunde, auch genannt Globalurkunde, wird fur den Deckungsbestand nur noch eine einzige Urkunde ausgestellt. Dass uberhaupt noch Urkunden im Spiel sind, ist dabei lediglich der historisch gewachsenen Rechtsgrundlage geschuldet, die eine Verkorperung als Formerfordernis beinhaltet.

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