Eurokrise und kein Ende in Sicht

Veranstaltungsrésumé – Welche Rolle spielt unser Geldsystem dabei?

Podiumsdiskussion vom Berliner Börsenkreis e.V.

Die Nachrichten in den Zeitungen reißen nicht ab. Schuldenkrise, Eurokrise, Finanzkrise. Manch einer mag den Eindruck bekommen, dass die Krise der neue Normalzustand sei. Oft wird argumentiert, dass eine fehlerhafte Konstruktion des zugrunde liegenden Geld- und Zinssystems maßgeblichen Einfluss auf die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Fehlentwicklungen hat.

„Da kenn ich mich nicht mit aus; Das ist mir zu komplex; Erzählt doch eh jeder etwas anderes.“ Das sind die designierten Antworten, die man oft zu hören bekommt. Wen wundert es bei nicht enden wollenden Hiobsbotschaften über drohende Deflation und rekordhohe Jugendarbeitslosenzahlen in Europa. Ab und zu bekommen die horrenden Staatsschulden der meisten Industrieländer noch eine Null dazu, begreifen kann man diese Zahlen eigentlich schon jetzt nicht mehr.

Dennoch ist unser Geld- und Zinssystem ein Thema, das uns alle etwas angeht. Und das vielleicht sogar mehr als viele unter uns erwarten würden. Wen die Komplexität hier abschrecken mag, der muss sich bewusst sein, dass ihm nicht nur ein sehr wichtiges, sondern auch ein hoch interessantes Thema entgehen wird. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen luden der Berliner Börsenkreis e.V. und die Deutsche Edelmetallgesellschaft e.V. am 11.06.2015 zur Podiumsdiskussion ins Chemiegebäude der Technischen Universität Berlin. Zu Gast waren drei hochrangige Geld-, Gold- und Wirtschaftsexperten. Peter Böhringer, Gründer der Initiative „Holt das Gold Heim“, Frank Schäffler, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Dr. Albrecht Sommer, Leiter des Stabs des Präsidenten der HV Berlin und Brandenburg.

Podiumsdiskussion

Ziel der Runde war es das Thema vorbehaltslos zu beleuchten und dem Zuschauer einen Überblick über die aktuelle Lage zu verschaffen, denn die gesamte Thematik mit einer einstündigen Diskussionsrunde sowie mit einer anschließenden Fragerunde komplett für die Gäste zugänglich zu machen ist schier unmöglich.

Selbst den Ist-Zustand, unseres Geldsystems zu ermitteln stelle viele Experten vor große Herausforderungen und Dispute. Anregungen und Implikationen für sinnvolle Verbesserungen darzubieten sei somit sogar noch schwieriger, so Waldemar Meyer von der DEG, der sich selbst seit vielen Jahren leidenschaftlich mit dem Thema befasst und die Diskussionsrunde moderierte.

Waldemar-Meyer

Zinsen und Teuerungsraten, die sich um die Nullgrenze winden, sowie die Rolle von Staaten, Banken und anderen Marktteilnehmern lieferten reichlich Gesprächsstoff.

Doch in der Debatte ging es nicht nur um die historisch niedrigen Leitzinsen in den meisten entwickelten Volkswirtschaften und die daraus resultierenden langfristen Implikationen für unsere Wirtschaft. Auch unterschiedliche Geldsysteme, vom Goldstandard bis zum Multiwährungssystem wurden vorgestellt und diskutiert.

Nach der Diskussion hatte man die Möglichkeit bei einem kleinen Get-together mit kühlen Getränken seine Fragen direkt an die anwesenden Experten zu richten oder sich einfach mit anderen Teilnehmenden über die Problematik auszutauschen.

Die Deutsche Edelmetallgesellschaft und der Berliner Börsenkreis wollen ihre Kooperation fortführen und Events dieser Form auch in Zukunft wiederholen. Vielleicht kann man damit, wider dem nicht enden wollenden Strom an Nachrichten und Zahlen, der uns täglich erschlägt, ein bisschen mehr Klarheit für den Einzelnen schaffen und ihn dahingehend motivieren sich selbstständig mit der Thematik zu befassen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*